Fellwechsel beim Hund: Was im Herbst wirklich hilft

Cepillado de un perro durante la muda de pelo del perro en otoño

Wenn im September die Tage kürzer werden, liegen plötzlich überall Haare: auf dem Sofa, im Auto, auf der dunklen Jacke. Der Fellwechsel beim Hund ist völlig normal und läuft zweimal im Jahr ab, im Frühjahr und im Herbst. Trotzdem lässt sich einiges dafür tun, dass er schneller vorbei ist und die Wohnung dabei sauber bleibt. Das hilft in diesen Wochen wirklich.

Warum der Fellwechsel beim Hund im Herbst beginnt

Ausschlaggebend ist nicht die Temperatur, sondern das Tageslicht. Sobald die Tage kürzer werden, stellt der Körper auf das dichtere Winterfell um: Das leichte Sommerhaar fällt aus, die wärmende Unterwolle wächst nach. Besonders deutlich zeigt sich das bei Rassen mit viel Unterwolle – Australian Shepherd, Golden Retriever, Husky, Deutscher Schäferhund. Kurzhaarige Hunde haaren ebenfalls, nur unauffälliger.

Hunde, die viele Stunden in beheizten Räumen verbringen, haaren oft das ganze Jahr über in kleinen Mengen, weil künstliches Licht den saisonalen Reiz verwischt. Das ist kein Grund zur Sorge, macht regelmäßiges Bürsten aber umso wichtiger.

Wie lange dauert er?

Üblich sind drei bis acht Wochen, grob von Mitte September bis November. Bei älteren Hunden, nach einer Krankheit oder bei Hündinnen nach der Läufigkeit kann es länger dauern. Fallen nach zehn Wochen immer noch büschelweise Haare aus, lohnt sich ein Blick vom Tierarzt.

Bürsten: wie oft und womit

  • Fünf bis zehn Minuten täglich bringen deutlich mehr als eine lange Sitzung am Sonntag. Jedes Haar in der Bürste landet nicht auf dem Sofa.
  • Langhaar mit Unterwolle: zuerst eine Unterwollharke oder Zupfbürste, danach eine Bürste zum Glätten.
  • Kurzhaar: Gummistriegel oder Noppenhandschuh, das nimmt loses Haar mit, ohne die Haut zu reizen.
  • Am besten auf dem Balkon, im Garten oder direkt an der Haustür bürsten. Spart das halbe Staubsaugen.
  • Immer in Wuchsrichtung und ohne Druck. Wer zu lange über dieselbe Stelle geht, reizt die Haut.
  • Mag dein Hund die Bürste nicht, fang mit zwei Minuten und Leckerli an und steigere langsam.

Baden, Futter und Wasser

Ein lauwarmes Bad mit Hundeshampoo löst einen guten Teil der abgestorbenen Unterwolle – vorausgesetzt, du trocknest danach gründlich und bürstest noch einmal durch. Zu häufiges Baden ist dagegen kontraproduktiv: Es entfettet die Haut und macht das Haar brüchig. Alle sechs bis acht Wochen reicht in dieser Zeit völlig.

Beim Futter zählen vor allem hochwertiges Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren. Ergänzungsmittel bitte nicht auf Verdacht dazugeben, sondern vorher in der Tierarztpraxis abklären – zu viel ist ebenfalls nicht harmlos. Und frisches Wasser sollte immer bereitstehen, denn trockene Haut schuppt stärker.

Hundehaare in der Wohnung entfernen

Die Reihenfolge macht die halbe Arbeit: erst die Textilien, dann der Boden. Wer zuerst saugt und danach das Sofa abzieht, saugt zweimal.

  • Sofa, Kissen und Kleidung mit einer Rolle abfahren. Unser selbstreinigender Fellroller entleert sich in seiner eigenen Station, du brauchst also keine Klebe-Ersatzrollen.
  • Ein leicht angefeuchteter Gummihandschuh, in eine Richtung über den Bezug gezogen, schiebt die Haare zu Fusseln zusammen, die sich leicht aufnehmen lassen.
  • Wäsche vor dem Waschen trocken abrollen. Nass verhaken sich die Haare im Gewebe und gehen schlechter raus.
  • In diesen Wochen zwei- bis dreimal pro Woche saugen und die Bürstwalze säubern: Sobald sich Haare darum wickeln, nimmt sie kaum noch etwas auf.
  • Leg eine waschbare Decke auf den Lieblingsplatz. So sammelt sich der Großteil der Haare auf etwas, das direkt in die Maschine wandert.

Wann du zum Tierarzt solltest

Der saisonale Fellwechsel macht das Fell dünner, aber nie kahl. Ein Termin ist fällig bei kahlen Stellen, anhaltendem Juckreiz, starker Schuppenbildung, geröteter Haut, unangenehmem Geruch oder stumpfem, brüchigem Haar. Symmetrischer Haarausfall an beiden Flanken, dazu Gewichtsveränderungen oder Antriebslosigkeit, kann auf die Schilddrüse hindeuten. Auch massiver Haarausfall außerhalb der Saison gehört abgeklärt.

Kurz gesagt: täglich kurz bürsten, gelegentlich baden, gutes Futter und eine feste Routine für Textilien. Damit ist der Fellwechsel im Herbst nach wenigen Wochen durch, ohne dass die Wohnung darunter leidet.